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Aus der aktuellen Ausgabe

06/2018:

Die Brille im Nahbereich

Serie zur Sammlung Roth (Folge 85)
Das normalsichtige Auge ist die Folge einer langen Phase der Evolution. Der Emmetrope kann allein mit Hilfe der Akkommodation sowohl in Ferne wie in Nähe alles scharf sehen. Der Fehlsichtige vermag das nicht, nicht immer ist dies allerdings ein Hindernis: der Weitsichtige wird zum guten Jäger, der Kurzsichtige zum Sammler. Beide Spielarten der Natur waren einst nötig, um das Überleben eines Stammes zu sichern. Ein Mensch aber, der altert, verliert zunehmend die Fähigkeit, in der Ferne und Nähe gleichzeitig gut zu sehen. Das heißt, er kann die wechselnden Entfernungen über den natürlichen Autofokus seines Auges nicht mehr ausgleichen, seine Augenlinse erstarrt, irgendwann bleibt die Sicht auf den Fernbereich beschränkt. In den Jahrtausenden, wo nur wenige ­Menschen das Presbyopenalter erreichten, mag dies von der Natur so gewollt oder zumindest toleriert worden zu sein.

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL Juni 2018.