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Aus der aktuellen Ausgabe

03/2017:

Augenbeteiligung bei rheumatischen Erkrankungen

Entzündlich-rheumatische Grunderkrankungen und okuläre Entzündungen
Zwischen Ophthalmologen und Rheumatologen gibt es diverse bilaterale Berührungspunkte. Auf der einen Seite steht der Ophthalmologe bei entzündlichen Veränderungen des Auges vor der Frage, ob eine entzündlich-rheumatische Systemerkrankung ursächlich ist, umgekehrt muss der Rheumatologe daran denken, dass bei einigen entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen häufiger Manifestationen am Auge vorliegen, oder dass diese, wenn sie vorhanden sind, die Prognose und damit auch die Therapie maßgeblich beeinflussen. Prof. Dr. Ina Kötter1 (Hamburg) stellt die Assoziation zwischen entzündlich-rheumatischen Grunderkrankungen und okulären Entzündungen dar sowie die Besonderheiten in der interdisziplinären Zusammenarbeit.

1Rheumatologie, Klinische Immunologie und Nephrologie, Asklepios Klinik Altona, Hamburg


Die Rheumatoide Arthritis (RA) als häufigste rheumatische Erkrankung (Prävalenz 0,8 bis 1 Prozent) führt in etwa 25 Prozent der Fälle zu einer okulären Beteiligung. Am häufigsten findet sich eine Keratokonjunktivitis sicca, die auf eine entzündliche Infiltration der Tränendrüse (sekundäres Sjögren-Syndrom) zurückzuführen ist und, beispielsweise unter dem Bild einer Keratitis filiformis, schwere Verläufe annehmen kann. Seltener wird eine Skleritis, entweder diffus oder nekrotisierend, gesehen (Abb. 1). Die ulzerative Keratitis (rheumatisches Hornhautulkus) ist die seltenste Augenmanifestation der RA. Sie findet sich typischerweise bei älteren Patienten mit bereits „ausgebrannter“ Arthritis. Wir wissen jedoch, dass das rheumatische Hornhautulkus Ausdruck einer generalisierten Vaskulitis ist und somit auf eine vitale Gefährdung der Patienten hinweist. Die RA führt zu Erkrankungen des äußeren Auges, jedoch praktisch nie zu einer Uveitis, also einer intraokularen Entzündung. Therapeutisch kommen bei nicht entsprechend vorbehandelten Patienten Methotrexat und Leflunomid in Frage, ansonsten TNF-Antagonisten oder Rituximab (Feist und Pleyer 2010).

Mehr dazu im AUGENSPIEGEL März 2017.