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Kurznachrichten

Optische Kohärenztomographie wird Kassenleistung

(8. Januar 2019)  

Die optische Kohärenztomographie (OCT) zur Diagnostik und Therapiesteuerung bei Netzhauterkrankungen kann künftig ambulant erfolgen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat beschlossen, das nicht invasive Verfahren in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen.

Das Gremium folgte damit einem Beschlussantrag von KBV und Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG), die sich nach zähen Beratungen schließlich gegenüber den Krankenkassen durchsetzen konnten. Auch die Patientenvertreter im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hatten sich für die Aufnahme des Verfahrens stark gemacht.

Einsatz bei diesen Erkrankungen

Damit steht nun fest, dass Augenärzte die optische Kohärenztomographie (OCT) künftig bei Patienten mit einer neovaskulären altersbedingten Makuladegeneration oder mit einem Makulaödem im Zusammenhang mit einer diabetischen Retinopathie ambulant anwenden können.

Das nicht invasive Verfahren bietet die Möglichkeit, Netzhautstrukturen hochauflösend abzubilden. Pathologische Veränderungen können somit erkannt werden, bevor diese sich in einer Sehverschlechterung messen lassen.

Damit ist das Verfahren neben der Diagnostik vor allem für die Überprüfung des Therapieverlaufs geeignet – unter anderem für die Steuerung einer intravitrealen operativen Medikamenteneingabe. Mit der OCT lässt sich die Anzahl intravitrealer Injektionen und das damit verbundene Infektionsrisiko reduzieren. Die Details zu Einsatzmöglichkeiten und Anforderungen hat der G-BA in der Richtlinie Methoden Vertragsärztliche Versorgung festgelegt.

BMG prüft Beschluss

Das Bundesgesundheitsministerium hat nun zunächst zwei Monate Zeit, den Beschluss zu prüfen. Nach Inkrafttreten legt der Bewertungsausschuss innerhalb von sechs Monaten die Vergütung fest. Erst dann haben Patienten Anspruch auf die neue Leistung.

Quelle:
Kassenärztliche Bundesvereinigung
http://www.kbv.de