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Kurznachrichten

BVA-Tipps zum Gerstenkorn

(25. Februar 2021)  

Plötzlich ist sie da: Ein kleine, unangenehm schmerzende Schwellung am Lid irritiert einen andauernd, man möchte ständig daran reiben und weiß doch: Das sollte man nicht tun. Das Gerstenkorn mag lästig sein, doch es ist in der Regel eine harmlose Entzündung am Augenlid, die mit Therapie meist schnell abheilt und bei einem Teil der Patienten auch nach einigen Tagen bis Wochen von alleine verschwindet. Dr. Andrea Lietz-Partzsch und Christian Theinert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands geben Hinweise, was zu tun ist.

Auslöser der Entzündung sind Bakterien, die sich in Talgdrüsen am Augenlid eingenistet haben. Sie verursachen eine schmerzhafte Schwellung und Rötung des Augenlids. Eine Therapie mit einer antibiotischen Augensalbe führt dann meist zu einem schnellen Verschwinden des Gerstenkorns und der Beschwerden. Bei geringen Beschwerden kann man auch zunächst ohne Behandlung zuwarten. Denn dann verschwindet das Gerstenkorn nach Tagen bis wenigen Wochen in manchem Fall spontan,

Von beliebten Hausmitteln wie feuchten Umschlägen mit Kamille für die Augen rät Dr. Lietz-Partzsch ab. Denn Kamille kann an der empfindlichen Bindehaut des Auges und an den Lidern allergische Reaktionen auslösen.

Antibiotische Behandlung mit Salben, Tropfen oder Tabletten

Bei einer sehr starken Entzündung kann manchmal auch eine Therapie mit Tabletten erforderlich sein. Sie beschleunigen den Heilungsprozess und sorgen dafür, dass Schmerzen und Rötung schneller abklingen. Zugleich verhindern sie, dass die Bakterien noch andere Bereiche infizieren.

Sollte das Gerstenkorn – Augenärzte sprechen vom Hordeolum – hartnäckig sein und auch nach Wochen nicht abheilen, kann eine operative Entfernung nötig sein. Eine histologische Untersuchung stellt dann sicher, dass es sich wirklich um ein Gerstenkorn und nicht etwa um einen Tumor gehandelt hat.

Vorsicht bei häufigem Auftreten

Vorsicht ist geboten, wenn es immer wieder zu Entzündungen an den Augenlidern kommt. Mit einer sorgfältigen Lidrandpflege lässt sich oft schon viel erreichen: Mit einem Wattestäbchen und lauwarmem Wasser werden die Lidkanten sanft vom äußeren zum inneren Augenwinkel hin gereinigt, eventuell mehrfach täglich. Kontaktlinsenträger sollten für eine Weile auf die Linsen verzichten und eine Brille tragen. Das gehäufte Auftreten von Entzündungen an den Lidern kann aber auch ein Hinweis auf eine Immunschwäche sein, die ärztlich abgeklärt werden sollte. Auch bei Menschen mit einer Zuckerkrankheit kann es häufiger zum Gerstenkorn kommen, weshalb der Blutzuckerspiegel überprüft werden sollte.

Kein Beleg für häufige Augenentzündungen durch Mund-Nasen-Schutz

Für Berichte, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum vermehrten Auftreten von Entzündungen wie einem Gerstenkorn beiträgt, gibt es bisher keine wissenschaftlichen Belege. Wer die angesichts der Corona-Pandemie ausgesprochenen Hygiene-Empfehlungen konsequent befolgt, der senkt auch das Risiko einer Augenentzündung: Häufiges gründliches Händewaschen und ein regelmäßiger Tausch der Mund-Nasen-Masken sorgen dafür, dass weniger Erreger ins Auge geraten können. Bei einer Maske, die nicht gut an die Gesichtsform angepasst ist, entweicht allerdings viel Atemluft nach oben und kann so das Gefühl trockener Augen verstärken. Deshalb ist es ratsam, Masken zu verwenden, die an der oberen Kante über einen Draht verfügen, der an die Gesichtsform angepasst werden kann.


Quelle:
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA)
http://www.augeninfo.de