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Kurznachrichten

23. Kongress der AAD als Hybrid-Veranstaltung

(16. März 2022)  

Nach zwei Jahren Pandemie setzen die Augenärztinnen und Augenärzte in Deutschland wieder auf persönliche Begegnungen. Von heute bis zum 19. März treffen sie sich in Düsseldorf zu Fortbildung und Diskussion beim Kongress der Augenärztlichen Akademie Deutschland. Der Hybrid-Kongress wird vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) veranstaltet. Er bietet auch die Möglichkeit, ausgewählte Vorlesungen und Kurse online zu verfolgen.

Kompakt und mit neuer Struktur präsentiert sich die AAD 2022 hybrid, nachdem sie 2020 abgesagt werden musste und 2021 als virtueller Kongress stattfand. Das Angebot bleibt so vielfältig, wie die Teilnehmer es seit Beginn des Jahrtausends gewöhnt sind, auch wenn sich Kurse, Wetlabs und Vorlesungen nun auf nur noch vier statt früher fünf Tage verteilen. Aus drei Räumen werden alle Veranstaltungen zudem live im Internet übertragen, so dass auch diejenigen teilnehmen können, die keine Möglichkeit finden, nach Düsseldorf zu reisen. Im Fokus bleibt die prägnante und praxisnahe Vermittlung des gesicherten Wissens der Augenheilkunde. In diesem Jahr steht die Chirurgie am Auge mit all Ihren Facetten im Vordergrund.


Augenärztliche Versorgung unter erschwerten Bedingungen

Bei der Auftaktpressekonferenz heute Mittag wies der erste Vorsitzende des BVA, Dr. Peter Heinz, auf die erschwerten Bedingungen hin, unter denen die niedergelassenen Augenärztinnen und Augenärzte seit Beginn der Pandemie die augenärztliche Versorgung aufrecht erhielten und weiter aufrecht erhalten. Der erhebliche Mehraufwand für die Behandlung von der Neuorganisation von Abläufen über die Anschaffung von Luftreinigungsanlagen bis hin zu maximierten hygienischen Anforderungen werde bis heute nicht von den Kostenträgern honoriert.

Long-COVID – was Augenärzte tun, um eine Heilung zu ermöglichen

Augenärzte leisten auf vielen Ebenen ihren Beitrag dazu, dass die Gesellschaft die Corona-Krise in den Griff bekommt. So untersucht eine Gruppe aus Erlangen-Nürnberg unter maßgeblicher Beteiligung der Universitäts-Augenklinik in einer Phase-IIa-Studie, ein Medikament, das Menschen mit Long-COVID helfen soll, ihre Beschwerden zu überwinden. Erste Heilversuche mit dem Wirkstoff BC007 verliefen so erfolgreich, dass nun eine Studie anläuft, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Notfall Netzhautablösung

Prof. Dr. Armin Wolf, Ulm, ging bei der Auftaktpressekonferenz auf einen augenärztlichen Notfall ein, der zwar selten, aber leider mit steigender Häufigkeit zu beobachten ist: die Netzhautablösung. Wenn sich die Netzhaut im Auge von der sie ernährenden Schicht ablöst, dann ist meist eine komplexe Operation notwendig, um sie wieder anzulegen. Ob das Sehvermögen erhalten werden kann, hängt von Dauer und Art der Ablösung ab, aber auch von infrastrukturellen und personellen Faktoren. In einer aktuellen Stellungnahme haben DOG, BVA und Retinologische Gesellschaft zusammengefasst, was bei der Therapieplanung zu beachten ist.

Die Glaukomtherapie mit einem gesunden Lebensstil unterstützen

Patientinnen und Patienten mit einem Glaukom sehen sich mit einer chronischen Krankheit konfrontiert, die eine dauerhafte Therapie erfordert, um das Sehvermögen zu erhalten. Das Verständnis der Krankheit wandelt sich, berichtete Prof. Dr. Carl Erb, Berlin. Heute weiß man, dass das Primäre Offenwinkelglaukom zu den neurodegenerativen Erkrankungen zählt. Die traditionelle Behandlung besteht in der Senkung des Augeninnendrucks. Es gibt daneben aber weitere Möglichkeiten, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen: Ein gesunder Lebensstil mit abwechslungsreicher Ernährung kommt auch der Gesundheit der Augen zugute.

Wie gut sehen ABC-Schützen?

In Deutschland gibt es bei der Einschulung einen hohen Anteil an Kindern mit einer reduzierten Sehschärfe. 5,1 Prozent von ihnen haben einen Visus von weniger als 0,7, bei gut der Hälfte von ihnen sind beide Augen betroffen. Das geht aus Daten der Schuleingangsuntersuchungen in Rheinland-Pfalz hervor, die PD Dr. Heike M. Elflein, Mainz, vorstellte. Die kinderärztlichen Untersuchungen U7a, U8 und U9 sehen auch Sehtests und eine Inspektion der Augen vor, eine augenärztliche Vorsorgeuntersuchung ist dagegen im Leistungskatalog der Krankenkassen nicht vorgesehen. Zahlen aus dem Ausland belegen den Erfolg einer angemessenen frühen Augenvorsorgeuntersuchung: In den Niederlanden, wo Kinder in den ersten beiden Lebensjahren fünf Augenuntersuchungen erhalten, haben nur 1,6 Prozent der Siebenjährigen einen Visus von 0,63 oder schlechter. Dr. Elflein betonte die Bedeutung von Augenvorsorgeuntersuchungen in der frühen Kindheit. Wenn einseitige Sehschwächen früh erkannt und behandelt werden, kann eine lebenslange Beeinträchtigung für die Kinder verhindert werden.


Quelle: BVA