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Sehbehinderung: Tipps
zur Antragstellung (PDF)
Forschen, fördern, fordern
Das Thema des diesjährigen DOG-Kongresses lautete „Perspektiven der Augenheilkunde - Innovationen für mehr Lebensqualität“ und in der Tat wurden vielfältige Perspektiven aufgegriffen und diskutiert: Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs durch mögliche Karriereaussichten in der Hochschulmedizin, für weibliche Lebensentwürfe durch die Vereinbarkeit von Forschung und Familie, für Patienten durch die Verbesserung von Lebensqualität bei bestehender Erkrankung sowie Perspektiven durch die vielfältigen Entwicklungen und Fortschritte in Diagnostik und Therapie. Deutlich gemacht wurde aber auch: Es bedarf einer verstärkten Forschungsförderung, der Forderung nach zusätzlichen Mitteln für die Augenheilkunde und der Einbindung des Patienten, der in seiner Eigenverantwortlichkeit gefordert ist. Überraschend neu: die DOG regte nicht nur zur Diskussion an, sondern wartete mit vielen ersten Umsetzungsschritten auf. Ein Bericht von Ulrike Lüdtke.
Rollt die Demonstrations-Welle im deutschen Gesundheitswesen langsam aus? Die Signale sind widersprüchlich. Augenärzte schätzen die Wirkung von Protesten unterschiedlich ein. Ein Beitrag von Angela Mißlbeck.
Genetische Risikofaktoren, Diagnostik und therapeutische Aspekte
Das Pseudoexfoliations-Glaukom (PEX) ist die mit Abstand wichtigste und häufigste Form der Sekundärglaukome, die etwa 25 Prozent aller Offenwinkelglaukome weltweit ausmacht, etwa 40 bis 50 Prozent der operativ behandelten Glaukompatienten betrifft und die gegenwärtig die häufigste erkennbare Glaukomursache überhaupt darstellt. Prof. Dr. Ursula Schlötzer-Schrehardt und Prof. Dr. Gottfried O. H. Naumann erläutern genetische Risikofaktoren, Diagnostik und therapeutische Aspekte.
Verbesserte Früherkennung durch Biomarker
Das Ziel neuer diagnostischer Verfahren zur Früherkennung von Glaukomen ist mit der Perspektive verbunden, bei Patienten mit präperimetrischem Glaukom noch vor der Manifestation eines glaukomatösen Schadens therapeutisch eingreifen zu können. Das Pattern-ERG (ERG - Elektroretinogramm) ist aufgrund der direkten Stimulation retinaler Ganglienzellen eine vielversprechende Methode zur Früherkennung. Dr. Charlotte M. Poloschek und Prof. Dr. Michael Bach erläutern die neuen elektrophysiologischen Methoden und zeigen Perspektiven in der Anwendung auf.
Ein 23-jähriger Kontaktlinsenträger stellte sich mit einem Hornhautulkus beim Augenarzt vor. Trotz lokaler und systemischer Antibiotikatherapie breitet sich das Ulkus aus und führt schließlich zur Ulkusperforation, mit der er an die Universitäts-Augenklinik Hamburg-Eppendorf überwiesen wurde. Dr. Riad Khaireddin, Prof. Dr. Gisbert Richard und Dr. Thomas Lischka berichten über den Fall.
„Benedetto, wir kommen!“
Um europaweit auf die Problemstellungen für sehbehinderte und blinde Menschen aufmerksam zu machen, veranstaltete die Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegeneration Pro Retina Deutschland e.V. bereits zum zehnten Mal eine Tandem-Tour: Mit Tandem-Rädern begaben sich rund 60 blinde, sehbehinderte und sehende Fahrer Mitte September in Mainz gemeinsam auf die Reise und erreichten zehn Tage und 1.500 Kilometer später Rom. Die diesjährige Jubiläumsfahrt endete mit einer Generalaudienz bei Papst Benedikt XVI., bei der Vertreter der Pro Retina eine AMD-Patientencharta überreichten. Ute Palm fasst die Eindrücke zusammen.
Ein Erfahrungsbericht zu Kosten und Nutzen für Patient und Arzt
Für GKV-Versicherte ab dem Alter von 18 Jahren ist - von wenigen definierten Ausnahmen abgesehen - durch das am 1. Januar 2004 in Kraft getretene Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) sowohl die Brillenglasbestimmung als auch die gefertigte Brille keine Leistung der GKV mehr. Die Bestimmungen zu diesem Thema widersprechen zum Teil inhaltlich einander und werden darüber hinaus auch nicht einheitlich ausgelegt, so dass die Brillenglasbestimmung unterschiedlich gehandhabt wird. Dr. Udo Hennighausen berichtet über seine Erfahrung mit der Brillenglasbestimmung als Selbstzahlerleistung und erläutert Kosten und Nutzen sowohl für den Patienten als auch den Arzt.
Neueste Erkenntnisse über Kurzsichtigkeit
Die Ursachen der Kurzsichtigkeit (Myopie) werden seit mindestens 200 Jahren gesucht - in den letzten 25 Jahren jedoch wegen der raschen Zunahme mit erheblich verstärktem personellem und finanziellem Einsatz, dessen Notwendigkeit auch von den staatlichen Förderinstrumenten erkannt wird. Auf der 12. Internationalen Myopiekonferenz, die vom 8. bis 11. Juli in Cairns/Australien stattfand, stellten etwa 200 Wissenschaftler aus aller Welt ihre neuesten experimentellen und epidemiologischen Daten vor. Ein zusammenfassender Bericht von Prof. Dr. rer. nat. Frank Schaeffel.
Früherkennung und Bildungschancen
Die drei Themenbereiche „Frühvorsorge rettet Augenlicht“, „Blindes Kind - dunkle Zukunft?“ und „Afrika: Eine Kapsel rettet Auge und Leben“ stehen im Mittelpunkt der Woche des Sehens, die auch in diesem Jahr vom 9. bis 15. Oktober 2008 stattfindet. Insbesondere die Bedeutung guten Sehvermögens bei Kindern steht damit im Zentrum der diesjährigen Aufklärungskampagne, die von sieben Non-Profit-Organisationen getragen wird. Augenärzte sind dazu aufgerufen, sich an der Kampagne zu beteiligen. Ein Bericht von Michael Herbst.
Eine zentrale Etappe der Honorarreform ist Ende August abgeschlossen worden: Ein Honorarplus von insgesamt 2,7 Milliarden Euro im Vergleich zum Jahr 2007 haben Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der Krankenkassen im erweiterten Bewertungsausschuss festgelegt. Von Angela Mißlbeck.
Ausgabe 11-2008
Archiv: Cover und Inhaltsverzeichnisse
» Fünf Jahre LIONS-Hornhautbank Baden-Württemberg
(20. November 2008)
Mit finanzieller Unterstützung des LIONS District 111-SW konnte die Augenklinik des Universitätsklinikums Freiburg unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Reinhard vor fünf Jahren eine Hornhautbank einrichten. Anlässlich des Jubiläums veranstaltet die Universitäts-Augenklinik am 22. November 2008 einen Freiburger Hornhauttag für interessierte Augenärzte. Zudem plant die Augenklinik die Gründung einer Selbsthilfegruppe und lädt wartende oder bereits transplantierte Patienten zu einem Erfahrungsaustausch ein.
» Sicca-Förderpreis 2009 ausgeschrieben
(18. November 2008)
Um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im deutschsprachigen Raum zur Forschung auf dem Gebiet des Trockenen Auges sowie Erkrankungen der Augenoberfläche anzuregen, wird auch 2009 der Sicca-Förderpreis des Ressorts Trockenes Auge im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) für geplante Forschungsvorhaben vergeben.
» Ulmer Augenarzt und Stadtrat fordert Kontaktlinsen-Museum
(17. November 2008)
In einem Antrag an den Ulmer Oberbürgermeister fordert der Ulmer Augenarzt und CDU-Stadtrat Dr. Hans-Walter Roth ein Museum, das er selber als Erlebnispark bezeichnet. In diesem Projekt soll die Ulmer Medizin- und Technikgeschichte besonders gewürdigt werden.
» OLG: Urteil verbietet Brillenwerbung bei Ärzten
(13. November 2008)
Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart hat mit seinem Urteil vom 30.10.2008 (2 U 25/08) einem Brillenanbieter verboten, Augenärzten ein Faltblatt zur Weitergabe an deren Patienten bereitzustellen sowie Augenärzten eine Musterkollektion von Brillenfassungen und eines Computers zur Unterstützung des Vertriebs von Brillen in deren Praxis zur Verfügung zu stellen, teilt der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA) mit.
» Sehtests reduzieren Anzahl tödlicher Unfälle älterer Autofahrer
(12. November 2008)
Ein neues Gesetz in Florida (USA), das die Verlängerung des Führerscheins für Autofahrer ab 80 Jahren von einen Sehtest abhängig macht, scheint die Anzahl tödlicher Verkehrsunfälle in dieser Altersgruppe zu reduzieren. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die in den Archives of Ophthalmology (Arch Ophthalmol 126, 2008, 1544) veröffentlicht wurde.